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Brennstoffe
Für die Langzeitlagerung von Diesel mit FAME-Anteil wären Additive erforderlich, die den Zerfall des
Diesels unterbinden oder ausreichend hemmen. Hierfür ausreichend wirksame und hinreichend
nebenwirkungsfreie Additive sind derzeit aber nicht bekannt.
3.3 Diesel-Heizöl-Gemisch
Allein schon der geringere Biodieselanteil bewirkt, dass bei diesen Proben mit knapp 28 % der Anteil der
nahezu oder vollständig unbrauchbaren Tankfüllungen deutlich geringer war als bei den reinen
Diesel-Betankungen.
3.4 Schwefelarmes Heizöl
Das ausgesprochen positive Ergebnis mit nur 6,5 % kritischen Proben beim Heizöl macht den Gesamttenor
der Untersuchungsergebnisse überdeutlich: Wird eine NEAmit schwefelarmem Heizöl nach DIN 51603-1
betrieben, gibt es die wenigsten Probleme mit der Brennstoff-Alterung.
3.4.1 Cetanzahl
Die Cetanzahl ist ein Maß für die Zündwilligkeit von Dieselkraftstoff. Entsprechend nennt die DIN EN 590
denWert von 51,0 als Mindestwert für normkonformen Diesel. Dieser Wert wird sowohl mit komplett
mineralischem Dieselkraftstoff wie auch mit FAME-Anteil erreicht.
Für Heizöl, das von der Idee her nicht für die Verwendung in Verbrennungsmotoren gedacht ist, ist eine
Cetanzahl in der entsprechenden Norm (DIN 51603-1) nicht definiert. Von den 31 bei Heizöl gezogenen
Proben wurden 26 hinsichtlich der Cetanzahl untersucht. Bei 15 Proben wurde eine Cetanzahl von 51 und
mehr festgestellt, diese also hinsichtlich der Cetanzahl der Dieselnorm „unbeabsichtigt“ genügten. 10 Proben
hatten eine Cetanzahl zwischen 45 und 51 und nur eine Probe hatte mit 42 eine noch niedrigere Cetanzahl.
Obschon die Norm für Diesel eine Cetanzahl von mindestens 51 nennt, teilen einige Motorenhersteller mit,
dass deren Motoren auch schon ab 45 problemlos laufen. Sogar der eine Motor, der mit 42er-Heizöl
betrieben wurde, hat bislang in allen Probeläufen problemlos funktioniert. Das zeigt, dass eine von der
Dieselnorm nach unten abweichende Cetanzahl unter 51 nicht automatisch ein KO-Kriterium für die
Verwendung von Heizöl in NEAs ist. Dennoch sollte zum Langzeitschutz der Motoren die Cetanzahl bei 51
oder höher liegen. Das ist bei Heizöl durch Hinzufügen eines geeigneten Additivs leicht erreichbar.
3.4.2 Herstellervorbehalte für den Heizöl-Betrieb
Ein bislang noch nicht gelöstes Problem stellen oft die Betriebs- und Gewährleistungsbedingungen der
Motorenhersteller dar. Darin wird meist die ausschließliche Verwendung von Diesel nach DIN EN 590
gefordert. Werden solche NEAs mit entsprechend additiviertem schwefelarmem Heizöl betrieben, sind
Motorschäden zwar genauso wenig zu erwarten wie bei einem Betrieb mit Diesel. Im Falle eines Falles
könnte der Hersteller aber mit Hinweis auf den Heizölbetrieb Gewährleistungsansprüche zurückweisen.
Dieses Problem wird sich in Zukunft hoffentlich erledigen. Einige Motorenhersteller geben auf Grund der
schlechten Erfahrungen mit Dieselkraftstoff für NEAs den ausschließlichen Betrieb mit schwefelarmem
Heizöl nicht nur frei, sie schreiben ihn sogar vor.
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Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
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